6. Mai 2011

A very british Gangster (Donal Macintyre) 3,35




Eine Doku über einen Gangsterboss? Klingt gut, nur her damit! In der Theorie ist es dann weiters auch nicht schlecht, dass meistens sein unglamouröses Großfamilienleben gezeigt wird. In der Praxis ist dies aber einer der ödesten Filme, die man sich vorstellen kann. Dominic Noonan, ein richtig schwerer, zigmal verhafteter großer Bursche, ist so uncharismatisch, dass es zu keiner Sekunde dieser über 90minütigen Doku spannend ist, was er erzählt. Man könnte ihn mit seinem amateurmäßig impulsiven Gehabe fast schon für Fake halten, was er aber wohl nicht ist. Wenn der Reporter ihn begleitet und ihn interviewt, kommt das unglaublich peinlich daher; als ob Noonan irgendetwas wirklich Spannendes, sprich „Heißes“ über seine illegalen Aktivitäten einfach so in die Kamera erzählen würde - wobei, eigentlich quatscht er eh recht unverhohlen, doch dadurch wird es nur noch öder.

Vom elektrisierenden Wahnsinn eines Killer-Interviews wie El Sicario ist dieses mit Unmengen an „cooler Musik“ zugepflasterte Filmchen extrem weit entfernt. Man sieht vor allem die Hardcore Proletarier-Schicht Manchesters, von Noonans halbstarken Neffen bis zu den kleineren Kindern, white trash lässt grüssen. Diese Eindrücke an sich (eventuell noch weiter verfolgt) wären gar nicht mal so uninteressant (gewesen), doch dieser Film ist wie sein „Held“ einfach nur peinlich und völlig uninteressant.

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